Ökologische Jagd für gesunde Wälder!
Peter Wohlleben zu Gast in Sitterswald am 6. März 2009

Im Podium, von links nach rechts: Bürgermeister Strichertz, der Grüne Bürgermeisterkandidat Melchior, Moderator Wilhelm Bode, ÖJV Landeschef Klaus Borger und Gast des Abends, Peter Wohlleben.
„15 Jahre eines steinigen Weges, gepflastert mit Widerständen der Jagdlobby und Forstverwaltung, führten zum Erfolg: Mein Revier ist heute eines der wenigen, die konsequent den Weg zurück zu urwaldähnlichen Laubwäldern beschreiten. Pferde statt Holzerntemaschinen, Buchen statt Fichten, völliger Verzicht auf Chemieeinsatz, keine Kahlschläge mehr: Die Natur rund um Hümmel atmet auf“,
so Förster und Buchautor Peter Wohlleben. Für seine Ideen wurde Wohlleben mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. Er ist einer der Preisträger des Wettbewerbs "Deutschland - Land der Ideen". Diese Initiative hat die Bundesregierung und der Bundesverband der Deutschen Industrie ins Leben gerufen, Bundespräsident Horst Köhler hat den Preis an Wohlleben verliehen.
Das eine naturnahe Wald- und Jagdwirtschaft auch zu einer erheblichen Verbesserung der Betriebsergebnisse führen kann, hat Wohlleben bewiesen. Betrug 1996 das jährliche Defizit pro Hektar Forstbetriebsfläche noch rund 100,00 Euro streicht Wohlleben seit 2004 wachsende Einahmen für die Gemeindekasse ein, heute über 830,00 Euro pro Jahr und Hektar.
Ist das System Wohlleben auch auf die meist defizitären Forsthaushalte in den Saarländischen Gemeinden umsetzbar?. Wird der Wald heute etwa bewirtschaftet um Defizite zu produzieren? Warum bewirtschaftet man den Wald nicht naturnah und gleichzeitig rentierlich? Tragen angepasste Wildbestände auch zum Erfolg bei?
Diesen Fragen widmet sich die sehr gut besuchte Veranstaltung am 06.03.2009 zu der der ÖJVsaar eingeladen hatte. Am Beispiel des Gemeindewaldes Kleinblittersdorf - der durch SaarForst „bewirtschaftet“ wird - wurden unter Anwesenheit aller Bürgermeisterkandidaten Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, die den Zustand des Waldes und die kommunalen Kassen nachhaltig verbessern.
Die zuvor unter sehr starker Beteiligung von Mitarbeitern des SaarForstes durchgeführte Waldexkursion zeigte, dass Anspruch und Wirklichkeit sehr weit auseinanderklaffen.
Von einer verantwortlichen Wald- und Jagdwirtschaft kann in keinster Weise gesprochen werden.
