Die Auswilderung und Wiederansiedlung des Luchses im Saarland – Vorteile, Risiken und Widerstände

Anläßlich der ÖJVsaar- Mitgliederversammlung am 16.10.2010 referierte Herr Heiko Müller- Stieß von der Öko-log Freilandforschung in Zweibrücken über die Wiederansiedlung des Luchses im Saarland.

Daran anschließend bot sich Gelegenheit zur Diskussion. Hier das Ergebnis:

Sein Lebensraum:
Lebensraum gibt es für eine kleine Teilpopulation im nördlichen Saarland. Dort besteht eine gute Verknüpfung mit großen Lebensräumen in Rheinland-Pfalz.

Hindernisse für eine mögliche Wiederansiedlung?
Lebensraumzerstückelung, mögliche fehlende Akzeptanz in Teilen der Bevölkerung, besonders der Jägerschaft.

Wichtige Stellgrößen für eine gute Vorbereitung:
Die o.g. Probleme müssten in einem umfassenden Konzept, offensiv, offen, partnerschaftlich, mit Augenmaß und auf lange Sicht angegangen werden. Kurzfristigen Aktionismus mit unklarem Ausgang verdient der Luchs nicht. Wenn man was für den Luchs tun will, muss man nicht saarlandweit, nicht bundesnational, sondern europäisch denken. Der Luchs ist ein Europäer.

Wiederbesiedlung des Saarlandes oder Luchse aussetzen?
Von alleine kommt der Luchs nur, wenn im Umfeld Quellpopulationen mit Jungenüberschuss vorhanden sind. Das ist fraglich. Auswilderung sollte nur in Partnerschaft mit allen Gruppen im Saarland und den umliegenden Ländern (Nordfrankreich, Rheinland-Pfalz und Luxemburg) nach vorheriger Prüfung aller Rahmenbedingungen (Eignung des Gebietes, Überprüfung und Optimierung der Akzeptanz, Optimierung des Lebensraumverbunds...) bei guter Vorbereitung, ausreichendem finanziellem und personellem Stehvermögen und kluger Öffentlichkeitsarbeit erfolgen.


gez. Heiko Müller-Stieß, 20.09.2010

 

Hierzu auch unter POSITIONEN:
"Saarland- Wegbereiter für den Saar- Lor- Luchs?"