Was haben Dingos mit Jagdhunden gemeinsam? –
Außer Hunger versteht sich!

Am 30. Januar 2011 führte unser Vorstandsmitglied - und die sicher bekannteste saarländische Hundefachfrau - Beatrice Stalter durch ihr Dingogehege. Erschienen waren neben einigen Gästen rund zwanzig Mitglieder unseres Verbandes, um sich über ethologische Fachfragen, d.h. Fragen der Verhaltenslehre der Caniden, informieren zu lassen.

Nicht zuletzt dem Geschick unserer Fachfrau und ihrer von allen Hunden und Dingos respektierten Dominanz war es zu verdanken, dass niemand dabei zu Schaden kam. Die Dingos zeigten sich von ihrer besten Seite und stritten sich um einen alten Pansen, während sich einige der Teilnehmer sogar in die Höhle des Löwen, pardon der Dingos, wagten. Übrigens hatten die Dingos kaum zufällig die gleiche Haarfarbe wie unsere engagierte Fachfrau. Verwechslungen sind also nicht rein zufällig sondern vermutlich beabsichtigt.

Doch Spaß beiseite: Geboten wurde allen Teilnehmer ein Leckerbissen aus Erfahrung, Geschick, Kenntnisreichtum und jahrzehntelangem praktischem Bemühen von Bea Stalter bei der Praxisforschung und im Umgang mit Hunden, zu denen die sog. „Pariahund“ wie z.B. die Dingos, zählen. Darunter versteht man verwilderte, teilweise über Jahrhunderte wieder auf sich gestellte, ehemalige Haushunde, die mit eigenen, genetisch fixierten Verhaltensmustern ausgestattet sind und zum Paradebeispiel moderner Canidenforschung geworden sind. Sie stehen also von ihrem Verhalten zwischen den heute - unter anderem als Jagdhund - domestizierten Hunden und dem Verhalten „ursprünglicher“, wilder Wölfe in freier Natur. Sie sind darum eine Fundgrube der wissenschaftlichen Ethologie und lehrreiches Beispiel für das bessere Kennenlernen unserer liebsten Jagdgesellen, nämlich unserer Jagdhunde. Doch Vorsicht: Nur die kenntnisreiche Beobachtung und der systematische Vergleich zum Verhalten des auf den Menschen orientierten Jaghundes lässt erst den einen oder anderen Schluss auf das eigene Führungsverhalten gegenüber unseren Jaghunden zu. Genau das war der Sinn unserer Exkursion in das Dingogehege von Bea Stalter und ihrer Fachkollegin Frau Elke Leismann in Hasborn. Nicht zuletzt der Schutz der Dingos und ihre Restvorkommen in ihrer Natur auf dem australischen Kontinent waren Gegenstand der spannenden Erläuterungen

Nach dem Besuch und der kommentierten Verhaltensbeobachtung im Gehege, die unser aller Augenmerk für eine neue, bessere Beobachtung unserer Hunde schärfte, wurde die praktische Beobachtung durch einen Fachvortrag von Bea Stalter vertieft. Er machte allen Teilnehmern Lust auf weitere Hundeseminare, denn man kann über seinen treuesten Freund nicht genug wissen – zumal er nicht sprechen kann. Mit treffenden Fotos ließ uns Bea Stalter Einblick und Teil nehmen an ihrer großen Erfahrung als Leiterein einer Hundeschule und am richtigen, geübten Verhalten gegenüber unseren Hunden.

In der anschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer übrigens einig, dass die Absicht des Umweltministeriums, zukünftig „geeignete“ Hunde für die Jagd zu fordern, unserer ganzen Unterstützung bedarf. Nur ein geeigneter Hund ermöglicht eine gute, Tierschutz gerechtfertigte Ausübung der Jagd.

Es war der Wunsch aller Teilnehmer, ähnliche Veranstaltungen - gerade auch mit Bea Stalter - zur Vertiefung unserer Kenntnisse zu planen. Abschließend traf sich die Mehrzahl der Teilnehmer im Hotel zum Schlossberg in Büschfeld (Inhaber unser Mitglied P. Kuhn) zum Jägerstammtisch und gemeinsamen Abendessen.

Der Vorsitzende dankte allen Teilnehmern für das zahlreiche Interesse und wies auf die nächste Veranstaltung am 5. März im gleichen Hotel in Büschfeld (18.00 Uhr) hin, bei der sich der ÖJVsaar mit den Fragen der Theorie und Praxis von Saugattern befassen wird. Referent wird Prof. Hans Wunderlich, Thüringen sein, der als der ausgewiesene Fachmann zu diesem Thema in Deutschland gilt. Die Veranstaltung ist kostenlos und frei für alle Interessenten an der ökologischen Jagd, die nicht Mitglieder unseres Verbandes sind.

Alle Jagd- und Tierschutzinteressierten sind herzlich eingeladen – übrigens: Wir beißen nicht und behandeln Sie ganz sicher höflich und freundlich !
Also seien Sie herzlich willkommen.

gez. Wilhelm Bode, Vorsitzender ÖJVsaar