Landwirtschaft

Die strukturreiche, kleinparzellierte Landwirtschaft gehört der Vergangenheit an. Wir Saarländer leben in einer Kulturlandschaft und  gejagt wird in dieser Kulturlandschaft, die immer wieder tiefgreifenden Veränderungen unterliegt. Echte Naturlandschaften gibt es schon lange nicht mehr. Wurden früher Wälder auf großen Flächen bewirtschaftet um die begehret Lohrinde für die Ledergerberei zu gewinnen, setzt man heute auf Qualitäts- und Massenware für Luxusgüter (Vollholzmöbel) und um den immensen Hunger nach Papier zu stillen.

Wurde früher die Landwirtschaft auf kleinsten Flächeneinheiten mit vielfältiger Fruchtfolge betrieben, findet heute eine Bewirtschaftung nur auf sehr großen Flächeneinheiten mit meist wenigen Feldfrüchten statt. Die moderne, hochtechnisierte Landwirtschaft eröffnet heute unseren Bauern die Möglichkeit, relativ kurzfristig auf sich abzeichnenden Nachfragen zu reagieren. Die Bereitstellung von nachwachsenden Rohstoffen für die Energiegewinnung wird unsere Landschaft erneut verändern und ihre Eignung als Lebensraum und Jagdgebiet beeinflussen.

Besonders intensive Formen der Bewirtschaftung wirken sich negativ auf die Eignung der Landschaft als Lebensraum auch für unsere jagdbaren Tierarten aus. Zudem finden sich nicht sichtbare Belastungen von Pestiziden und Düngemitteln, die sich auch in den Tieren anreichern und letztendlich auch auf unseren Tellern landen.

Der Ökologische Jagdverband Saarland würde es daher begrüßen, wenn sich noch mehr Landwirte entscheiden könnten nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus zu wirtschaften. Diese extensive Wirtschaftsweise kommt auch den Wildtierlebensräumen entgegen.

Im Saarland wird zurzeit eine Fläche von ca. 6.400 Hektar nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet, das entspricht einem Anteil von ca. 9,3% der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. 90,7% ökologischen Landbau und 9,3% konventionellen Landbau wäre ein Ziel, welches unsere Umwelt und letztendlich auch uns schützen würde.

Dies wäre auch die passende Antwort auf den letzten Schrei der konventionellen Landwirtschaft und zwar der Versuch auf großen Flächen gentechnisch veränderte Pflanzen anzubauen. Das einzige Ziel ist dabei, im Rahmen eines verantwortungslosen Freilandversuches die Erträge weiter zu steigern - und dies ohne Rücksicht auf ökologische Risiken und ohne Rücksicht auf gesundheitliche Folgen für den Verbraucher.
Das Saarland ist kein klassisches Agrar-Land. Die landwirtschaftliche Struktur im Saarland bietet beste Voraussetzungen für eine qualitativ hochwertige Landwirtschaft ohne Gentechnik und andere die Umwelt, Mensch und Tier belastenden Produktionsweisen.